Die Gastronomiebranche ist dynamisch und bietet vielfältige Möglichkeiten. Mit der Einführung des neuen Ausbildungsberufs „Fachkraft für Gastronomie“ im August 2022 wurde ein spannender, praxisorientierter Weg geschaffen, um schnell in diese Welt einzutauchen. Dieser Artikel ist Ihr umfassender Leitfaden, wenn Sie eine Karriere im Servicebereich der Gastronomie in Betracht ziehen und verstehen möchten, was dieser Beruf alles zu bieten hat.
Eine 2-jährige Ausbildung mit Zukunft das ist die Fachkraft für Gastronomie.
- Was es ist: Eine neue, zweijährige duale Ausbildung (Betrieb & Berufsschule), die seit August 2022 existiert.
- Ihre Aufgaben: Der Fokus liegt auf der Gästebetreuung, dem Service von Speisen und Getränken sowie der Organisation im Restaurant.
- Voraussetzungen: In der Regel wird ein Hauptschulabschluss oder ein mittlerer Schulabschluss erwartet.
- Gehalt: Die Ausbildungsvergütung liegt zwischen ca. 800 € und 1.150 €, das Einstiegsgehalt danach bei 2.200 € bis 2.700 € brutto.
- Karriereplus: Nach 2 Jahren können Sie in nur einem weiteren Jahr den Abschluss als Restaurant- oder Hotelfachmann/-frau erwerben.
Was die neue Ausbildung zur Fachkraft für Gastronomie so besonders macht
Warum die Gastronomiebranche diesen Beruf jetzt dringend braucht
Die Einführung der „Fachkraft für Gastronomie“ war aus meiner Sicht ein längst überfälliger Schritt. Die Gastronomie leidet seit Jahren unter einem erheblichen Fachkräftemangel. Viele Betriebe suchen händeringend nach qualifiziertem Personal. Diese neue Ausbildung ist eine direkte Antwort darauf: Sie bietet eine modernere und vor allem praxisorientiertere Alternative zu den traditionellen, oft dreijährigen Ausbildungen. Sie ist darauf ausgelegt, junge Menschen schneller und gezielter für die operativen Aufgaben im Gastservice zu qualifizieren und ihnen gleichzeitig eine solide Basis für ihre berufliche Zukunft zu geben.
Was genau ist eine "Fachkraft für Gastronomie"?
Die Fachkraft für Gastronomie ist ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf, der speziell auf die Bedürfnisse der modernen Gastronomie zugeschnitten ist. Hier sind die wesentlichen Merkmale:
- Dauer: Die Ausbildung ist auf zwei Jahre angelegt, was einen schnellen Einstieg in den Arbeitsmarkt ermöglicht.
- Ausbildungsstruktur: Es handelt sich um eine duale Ausbildung. Das bedeutet, Sie lernen sowohl im Ausbildungsbetrieb die praktische Seite des Berufs kennen als auch in der Berufsschule die theoretischen Grundlagen.
- Fachlicher Fokus: Der Schwerpunkt liegt klar auf den operativen Tätigkeiten im Gastservice. Dazu gehören die Gästebetreuung, das Servieren von Speisen und Getränken sowie die grundlegende Organisation im Restaurant.
- Anrechenbarkeit: Ein großer Vorteil ist die Möglichkeit, nach erfolgreichem Abschluss der zweijährigen Ausbildung in einem dritten Jahr die Qualifikation zum Restaurantfachmann/-frau oder Hotelfachmann/-frau zu erwerben. Das ist eine hervorragende Aufstiegschance!
Für wen ist diese zweijährige Ausbildung die perfekte Wahl?
Diese Ausbildung ist ideal für alle, die eine Leidenschaft für den Umgang mit Menschen haben und gerne direkt im Service arbeiten möchten. Wenn Sie einen schnellen, aber dennoch fundierten Einstieg in die Gastronomie suchen und nicht unbedingt drei Jahre für eine Ausbildung aufwenden möchten, dann ist die Fachkraft für Gastronomie genau das Richtige für Sie. Sie ermöglicht es Ihnen, rasch praktische Erfahrungen zu sammeln und direkt am Gast zu wirken, ohne dass Sie auf tiefgehende betriebswirtschaftliche Kenntnisse oder Küchenmanagement-Fähigkeiten warten müssen, die in anderen Berufen erst später vermittelt werden.

So läuft Ihre Ausbildung zum Serviceprofi ab
Theorie und Praxis im dualen System
Wie bei den meisten Ausbildungen in Deutschland setzt auch die Fachkraft für Gastronomie auf das bewährte duale System. Das bedeutet für Sie: Ein Teil Ihrer Ausbildung findet direkt im Ausbildungsbetrieb statt, wo Sie die praktischen Abläufe des Gastronomiealltags lernen und miterleben. Der andere Teil ist der theoretische Unterricht in der Berufsschule, der Ihnen das nötige Fachwissen vermittelt. Beide Bereiche ergänzen sich perfekt und stellen sicher, dass Sie sowohl handwerklich als auch intellektuell bestens auf Ihren späteren Beruf vorbereitet sind.
Die Ausbildungsinhalte im Überblick
Die Ausbildung ist klar strukturiert und baut aufeinander auf. Im ersten Jahr legen Sie die Grundlagen, im zweiten Jahr vertiefen Sie Ihr Wissen und Ihre Fähigkeiten. Hier ein Überblick über die zentralen Lerninhalte:
| 1. Ausbildungsjahr (Grundlagen) | 2. Ausbildungsjahr (Vertiefung) |
|---|---|
| Grundlagen der Gästebetreuung und Kommunikation | Spezialisierte Gästebetreuung und Beschwerdemanagement |
| Basics im Servieren von Speisen und Getränken | Professionelles Servieren, auch bei besonderen Anlässen |
| Einführung in die Warenwirtschaft und Lagerhaltung | Vertiefung in Warenwirtschaft, Inventur und Bestellwesen |
| Vorbereitung des Gastraums und Mise en Place | Organisation und Durchführung von Veranstaltungen und Banketten |
| Einhaltung von Hygienevorschriften (HACCP) | Kassenführung, Abrechnung und digitale Kassensysteme |
| Grundlagen der Zubereitung einfacher Speisen | Umgang mit digitalen Bestell- und Reservierungssystemen |
Die Zwischen- und Abschlussprüfung
Um Ihre Fähigkeiten und Ihr Wissen nachzuweisen, legen Sie während und am Ende Ihrer Ausbildung Prüfungen ab. Die Zwischenprüfung findet in der Regel im zweiten Ausbildungsjahr statt und dient als Leistungsstandkontrolle. Die Abschlussprüfung am Ende der zwei Jahre ist dann der entscheidende Schritt, um Ihren Berufsabschluss als Fachkraft für Gastronomie zu erhalten.
Ihr typischer Arbeitsalltag als Fachkraft für Gastronomie
Ihre Hauptaufgaben sind mehr als nur Teller tragen
Als Fachkraft für Gastronomie sind Sie das Herzstück des Services. Ihre Aufgaben sind vielfältig und gehen weit über das bloße Servieren hinaus. Sie sind der erste und oft auch der letzte Kontaktpunkt für die Gäste und tragen maßgeblich zu deren Wohlbefinden bei. Hier sind Ihre Kernaufgaben:
- Empfang, Beratung und Betreuung von Gästen: Sie begrüßen die Gäste, weisen ihnen Tische zu, beraten bei der Speisen- und Getränkeauswahl und sind während des gesamten Aufenthalts für sie da.
- Servieren von Speisen und Getränken: Das professionelle Anrichten und Servieren gehört natürlich zu Ihren Kernkompetenzen.
- Vorbereitung und Durchführung von Veranstaltungen: Ob Geburtstagsfeier oder Firmenjubiläum Sie helfen bei der Planung und sorgen für einen reibungslosen Ablauf.
- Warenwirtschaft und Lagerhaltung: Sie unterstützen bei der Annahme von Lieferungen, der Lagerung von Produkten und der Bestandskontrolle.
- Kassenführung und Abrechnung: Das Kassieren und die korrekte Abrechnung gehören ebenso zu Ihrem Verantwortungsbereich.
- Einhaltung von Hygiene- und Sicherheitsvorschriften (HACCP): Sauberkeit und Sicherheit sind in der Gastronomie das A und O, und Sie stellen sicher, dass alle Vorschriften eingehalten werden.
Von Restaurant bis Event-Catering: Ihre möglichen Arbeitsorte
Die gute Nachricht ist: Als Fachkraft für Gastronomie sind Sie extrem vielseitig einsetzbar! Sie finden Anstellungen in den unterschiedlichsten Betrieben. Das kann das klassische À-la-carte-Restaurant sein, ein gehobenes Hotelrestaurant, aber auch die Systemgastronomie, die Kantine eines Großunternehmens oder ein spezialisiertes Catering-Unternehmen, das Events und Feiern ausrichtet. Ihre Fähigkeiten sind überall gefragt, wo Gäste bewirtet werden.
Wie digitale Tools Ihren Arbeitsalltag verändern
Die Digitalisierung hat auch in der Gastronomie Einzug gehalten und wird Ihren Arbeitsalltag maßgeblich prägen. Ich habe selbst erlebt, wie sich Prozesse durch moderne Technik vereinfacht haben. Digitale Bestellsysteme, über die Gäste direkt am Tisch ordern können, sind ebenso Standard wie professionelle Reservierungs-Tools, die den Überblick über die Tischbelegung erleichtern. Auch moderne Kassensysteme, die eine schnelle und fehlerfreie Abrechnung ermöglichen, gehören fest zu den Werkzeugen einer Fachkraft für Gastronomie. Digitale Kompetenzen sind daher heute unerlässlich.

Diese Voraussetzungen sollten Sie für die Ausbildung mitbringen
Schulabschluss und Noten
Rechtlich ist für die Ausbildung zur Fachkraft für Gastronomie kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Das ist eine gute Nachricht für alle, die vielleicht keinen geradlinigen Bildungsweg hatten. In der Praxis erwarten die meisten Betriebe jedoch einen Hauptschulabschluss oder einen mittleren Schulabschluss (Realschulabschluss). Aber lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn Ihre Noten nicht perfekt sind! Oft zählt die Motivation, Ihre Persönlichkeit und Ihr Engagement im Vorstellungsgespräch viel mehr als der Notendurchschnitt. Viele Betriebe sind bereit, engagierten Quereinsteigern oder Bewerbern mit nicht-klassischen Lebensläufen eine Chance zu geben.
Die wichtigsten Soft Skills für den Erfolg
In der Gastronomie sind Ihre persönlichen Fähigkeiten oft entscheidender als Ihr Zeugnis. Als Arnold Schrader kann ich Ihnen aus eigener Erfahrung sagen, dass diese Soft Skills der Schlüssel zum Erfolg sind:
- Kommunikationsfähigkeit: Sie sprechen ständig mit Gästen, Kollegen und Vorgesetzten. Klar und freundlich zu kommunizieren ist essenziell.
- Teamgeist: Gastronomie ist Teamarbeit. Nur gemeinsam kann ein reibungsloser Service gewährleistet werden.
- Belastbarkeit: Es gibt Stoßzeiten und stressige Situationen. Einen kühlen Kopf zu bewahren und auch unter Druck professionell zu bleiben, ist sehr wichtig.
- Serviceorientierung: Die Zufriedenheit der Gäste steht immer an erster Stelle. Sie müssen den Wunsch haben, anderen eine Freude zu bereiten.
- Gepflegtes Erscheinungsbild: Als Repräsentant des Betriebs tragen Sie dazu bei, einen positiven ersten Eindruck zu hinterlassen.
Eine ehrliche Einschätzung zur Belastbarkeit
Ich möchte ehrlich sein: Der Beruf in der Gastronomie kann körperlich und mental anspruchsvoll sein. Sie werden viel auf den Beinen sein, auch mal schwere Tabletts tragen und in stressigen Situationen schnell reagieren müssen. Hinzu kommen unregelmäßige Arbeitszeiten, die auch Abende, Wochenenden und Feiertage umfassen. Das ist nichts für jeden, aber für diejenigen, die die Dynamik lieben und bereit sind, sich darauf einzulassen, ist es unglaublich erfüllend. Es erfordert eine gewisse Resilienz und die Fähigkeit, auch unter Druck einen kühlen Kopf zu bewahren und immer ein Lächeln für den Gast bereitzuhalten.
Ihr Gehalt in der Ausbildung und danach
Womit Sie in der Ausbildung rechnen können
Die Ausbildungsvergütung in der Gastronomie ist in den letzten Jahren gestiegen, um den Beruf attraktiver zu machen. Die genaue Höhe hängt oft vom Betrieb, der Region und einem möglichen Tarifvertrag ab. Hier sind die typischen Spannen, mit denen Sie rechnen können:
| 1. Ausbildungsjahr | 2. Ausbildungsjahr |
|---|---|
| ca. 800 € bis 1.000 € brutto | ca. 900 € bis 1.150 € brutto |
Das Einstiegsgehalt nach der Ausbildung
Nach erfolgreichem Abschluss Ihrer Ausbildung können Sie als frischgebackene Fachkraft für Gastronomie mit einem Einstiegsgehalt zwischen 2.200 € und 2.700 € brutto pro Monat rechnen. Mit zunehmender Berufserfahrung und möglichen Weiterbildungen steigt dieses Gehalt natürlich an.
Faktoren, die Ihr Gehalt beeinflussen
Ihr Gehalt wird nicht nur von Ihrer Qualifikation, sondern auch von verschiedenen externen Faktoren beeinflusst:
- Tarifvertrag: Betriebe, die an einen Tarifvertrag gebunden sind, zahlen oft höhere und geregeltere Gehälter.
- Region: In Ballungsräumen oder touristisch starken Gebieten sind die Gehälter tendenziell höher als in ländlichen Regionen.
- Art des Betriebs: Ein gehobenes Hotel oder ein Sternerestaurant zahlt in der Regel besser als eine kleine Imbissstube.
- Trinkgeld: In der Gastronomie spielt das Trinkgeld eine wichtige Rolle und kann das monatliche Einkommen spürbar aufbessern.
Ihre Karrierechancen nach der Ausbildung
Der direkte Weg zum nächsten Abschluss
Was ich an dieser Ausbildung besonders schätze, ist die integrierte Weiterentwicklungsmöglichkeit. Nach den zwei Jahren als Fachkraft für Gastronomie sind Sie keineswegs am Ende Ihrer Karriereleiter angekommen. Im Gegenteil: Sie können Ihre Ausbildung um ein drittes Jahr verlängern und so den Abschluss als Restaurantfachmann/-frau oder Hotelfachmann/-frau erwerben. Das ist ein hervorragender Weg, um Ihre Kenntnisse zu vertiefen und sich für noch anspruchsvollere Positionen zu qualifizieren. Es ist ein kluger Schachzug, der Ihnen viele Türen öffnet.
Lohnende Spezialisierungen für Ihre Karriere
Die Gastronomie bietet unzählige Möglichkeiten zur Spezialisierung. Wenn Sie eine bestimmte Leidenschaft entwickeln, können Sie diese gezielt ausbauen und sich so von anderen abheben. Denken Sie beispielsweise an:
- Sommelier: Wenn Sie eine Affinität zu Wein haben, können Sie sich zum Weinfachmann ausbilden lassen.
- Barista: Für Kaffeeliebhaber ist die Kunst der Kaffeezubereitung eine spannende Nische.
- Barmixer/Bartender: Wenn Sie gerne Cocktails kreieren und unterhalten, ist die Bar vielleicht Ihr Metier.
Höhere Ziele: Meister, Betriebswirt oder das eigene Restaurant
Die Karrierewege in der Gastronomie können sehr weit führen. Mit entsprechender Erfahrung und Weiterbildung können Sie höhere Ziele anstreben. Dazu gehören zum Beispiel Weiterbildungen zum Meister im Gastgewerbe oder zum Betriebswirt für Hotel- und Gaststättenwesen. Diese Qualifikationen ebnen den Weg in Führungspositionen. Und wer weiß, vielleicht ist der Traum vom eigenen Restaurant oder Café gar nicht so fern? Die Ausbildung zur Fachkraft für Gastronomie kann der erste Schritt auf diesem spannenden Weg sein.
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So finden Sie Ihren perfekten Ausbildungsplatz
Wo und wie Sie nach freien Stellen suchen
Die Suche nach dem passenden Ausbildungsplatz kann eine aufregende Zeit sein. Hier sind meine bewährten Tipps, wo und wie Sie am besten fündig werden:
- Online-Jobbörsen: Plattformen wie StepStone, Indeed oder die Jobbörse der Agentur für Arbeit sind hervorragende Anlaufstellen. Filtern Sie gezielt nach "Fachkraft für Gastronomie".
- Webseiten der IHK: Die Industrie- und Handelskammern bieten oft eigene Lehrstellenbörsen an, die regional sehr relevant sind.
- Direkte Unternehmenswebseiten: Viele Hotels, Restaurants und Catering-Betriebe veröffentlichen freie Ausbildungsplätze direkt auf ihrer Karriereseite. Es lohnt sich, bei Ihren Wunschbetrieben vorbeizuschauen.
- Messen und Berufsinformationstage: Hier können Sie direkt mit Ausbildern ins Gespräch kommen und einen persönlichen Eindruck gewinnen.
Vom Anschreiben bis zum Vorstellungsgespräch
Der Bewerbungsprozess ist Ihre Chance, sich von Ihrer besten Seite zu zeigen. Gehen Sie ihn strukturiert an:
- Das Anschreiben: Machen Sie deutlich, warum Sie sich für die Gastronomie und speziell für diesen Betrieb begeistern. Zeigen Sie Ihre Motivation und Ihre Soft Skills.
- Der Lebenslauf: Listen Sie Ihre bisherigen Erfahrungen, Schulabschlüsse und relevanten Praktika übersichtlich auf. Vergessen Sie nicht Ihre Hobbys, wenn sie Ihre Teamfähigkeit oder Belastbarkeit unterstreichen.
- Das Vorstellungsgespräch: Seien Sie pünktlich, gut vorbereitet und authentisch. Zeigen Sie echtes Interesse, stellen Sie Fragen und demonstrieren Sie Ihre Serviceorientierung schon im Gespräch. Ein gepflegtes Erscheinungsbild ist hierbei selbstverständlich.
- Das Probearbeiten: Viele Betriebe bieten ein kurzes Probearbeiten an. Nutzen Sie diese Chance, um den Arbeitsalltag kennenzulernen und zu zeigen, was in Ihnen steckt.
