Der Olymp, Griechenlands majestätischster Berg, ist weit mehr als nur die höchste Erhebung des Landes. Er ist ein faszinierendes Reiseziel, das gleichermaßen mit seiner atemberaubenden Natur und seiner tiefen mythologischen Bedeutung als "Berg der Götter" begeistert. Für Wanderer und Naturliebhaber bietet er ein unvergessliches Abenteuer, das ich Ihnen aus meiner eigenen Erfahrung nur wärmstens empfehlen kann.
Der Olymp ist der höchste Berg Griechenlands das müssen Sie wissen
- Name & Höhe: Der Olymp ist das höchste Gebirge Griechenlands. Sein höchster Gipfel, der Mytikas, erreicht eine Höhe von 2.918 Metern.
- Lage: Er befindet sich in Nordgriechenland, ca. 100 km von Thessaloniki entfernt, und ist seit 1938 ein Nationalpark.
- Bedeutung: In der griechischen Mythologie gilt der Olymp als der heilige Thron der zwölf olympischen Götter unter Zeus.
- Beste Zeit zum Wandern: Die ideale Saison für eine Besteigung ist von Juni bis Oktober, wenn die Berghütten geöffnet sind.
- Schwierigkeitsgrad: Der Aufstieg zum Hauptgipfel Mytikas ist eine anspruchsvolle Kletterpartie, während der Nebengipfel Skolio (2.911 m) ein für erfahrene Wanderer gut erreichbares Ziel darstellt.

Was macht den Olymp so besonders?
Die einzigartige Faszination des Olymps speist sich aus zwei mächtigen Quellen: Einerseits ist er mit seinen fast 3.000 Metern der höchste Berg Griechenlands und bietet eine spektakuläre alpine Landschaft. Andererseits ist er tief in der griechischen Mythologie verwurzelt, bekannt als der Wohnsitz der zwölf olympischen Götter unter Zeus. Diese Kombination aus physischer Erhabenheit und mystischer Aura macht ihn zu einem Ort, der sowohl Abenteurer als auch Kulturinteressierte in seinen Bann zieht.
Der Olymp in Zahlen und Fakten
Um Ihnen einen schnellen Überblick zu geben, habe ich die wichtigsten geografischen und statistischen Daten zum Olymp-Massiv zusammengetragen:
| Merkmal | Beschreibung |
|---|---|
| Höchster Gipfel | Mytikas (2.918 m) |
| Weitere wichtige Gipfel | Skolio (2.911 m), Stefani (2.909 m, auch "Thron des Zeus") |
| Lage | Nordgriechenland, Grenze zwischen Thessalien und Zentralmakedonien, ca. 100 km von Thessaloniki |
| Schutzstatus | Seit 1938 erster Nationalpark Griechenlands, seit 1981 UNESCO-Biosphärenreservat |
| Mythologische Bedeutung | Sitz der zwölf olympischen Götter unter Zeus, galt als für Sterbliche unerreichbar |

Wie Sie Ihre Reise zum Olymp am besten planen
Eine gute Vorbereitung ist das A und O für jedes Bergabenteuer, und der Olymp ist da keine Ausnahme. Ich empfehle Ihnen dringend, sich vorab umfassend zu informieren, damit Sie Ihre Reise optimal gestalten können.
Litochoro: Das Tor zum Olymp
Die malerische Stadt Litochoro, idyllisch am Fuße des Berges gelegen, ist der wichtigste Ausgangspunkt für alle Touren auf den Olymp. Von hier aus starten die meisten Wanderer ihre Expeditionen. Hier beginnt auch der Europäische Fernwanderweg E4, der sich durch die beeindruckende Enipeas-Schlucht schlängelt und Sie tief in das Herz des Gebirges führt.
Anreise und beste Reisezeit
Die Planung der Anreise und die Wahl des richtigen Zeitpunkts sind entscheidend für ein gelungenes Olymp-Erlebnis. Hier sind meine Empfehlungen:
- Anreise: Am einfachsten erreichen Sie Litochoro von Thessaloniki aus. Sie können entweder einen Mietwagen nehmen oder die öffentlichen Busverbindungen nutzen, die regelmäßig verkehren. Die Fahrt dauert etwa 1,5 bis 2 Stunden.
- Beste Saison: Die ideale Zeit für eine Besteigung des Olymps ist von Juni bis Oktober. In diesen Monaten sind die Berghütten geöffnet, und die Wetterbedingungen sind in der Regel stabiler, auch wenn man am Berg immer auf schnelle Wetterwechsel vorbereitet sein muss.
- Unterkunftsmöglichkeiten: In Litochoro finden Sie zahlreiche Hotels und Pensionen für jeden Geldbeutel. Im Gebirge selbst gibt es bewirtschaftete Berghütten wie die bekannte "Spilios Agapitos" (Hütte A) auf 2.100 m, die eine Übernachtung vor dem Gipfelsturm ermöglichen.

Aufstieg zum Gipfel: Routen für jedes Niveau
Der Olymp bietet Wanderrouten für unterschiedlichste Erfahrungslevel. Ob Sie einen gemütlichen Spaziergang durch die unteren Regionen bevorzugen oder den Nervenkitzel einer anspruchsvollen Gipfelbesteigung suchen hier findet jeder seine Herausforderung. Ich habe selbst schon mehrere Routen erkundet und kann Ihnen versichern, dass die Aussichten immer spektakulär sind.
Die klassische 2-Tages-Tour zum Gipfel
Die beliebteste und meiner Meinung nach auch empfehlenswerteste Route zur Besteigung des Olymps erstreckt sich über zwei Tage. So bleibt genügend Zeit, die Landschaft zu genießen und sich an die Höhe zu gewöhnen:
- Tag 1: Aufstieg zur Hütte: Ihre Wanderung beginnt in Prionia (ca. 1.100 m), dem Endpunkt der befahrbaren Straße von Litochoro. Von dort führt ein gut markierter Weg durch die Enipeas-Schlucht hinauf zur Berghütte "Spilios Agapitos" auf 2.100 Metern. Der Aufstieg dauert etwa 3-4 Stunden und ist moderat anspruchsvoll. Hier verbringen Sie die Nacht, um am nächsten Morgen ausgeruht den Gipfel in Angriff zu nehmen.
- Tag 2: Gipfelsturm und Abstieg: Früh am Morgen starten Sie von der Hütte aus. Der Weg führt Sie über felsiges Gelände und Schneefelder (je nach Jahreszeit) hinauf zu den Gipfeln. Nach dem Gipfelsturm, egal ob Mytikas oder Skolio, treten Sie den langen Abstieg zurück nach Prionia an. Planen Sie für diesen Tag 8-10 Stunden reine Gehzeit ein.
Der finale Aufstieg: Mytikas oder Skolio?
Wenn Sie kurz vor dem Gipfel stehen, müssen Sie sich entscheiden: Mytikas oder Skolio? Der Mytikas (2.918 m) ist der höchste Punkt und eine echte Herausforderung. Der finale Aufstieg über die Kletterpassage "Louki" ist mit dem Schwierigkeitsgrad UIAA III bewertet und erfordert absolute Schwindelfreiheit, Trittsicherheit und oft auch Kletterausrüstung. Ich würde diesen Weg nur erfahrenen Bergsteigern mit entsprechender Ausrüstung empfehlen. Der Skolio (2.911 m) hingegen ist eine deutlich sicherere und für die meisten erfahrenen Wanderer gut erreichbare Alternative. Er bietet kaum weniger spektakuläre Ausblicke und ist ohne Kletterei zu erreichen. Für die meisten ist der Skolio das realistischere und verantwortungsvollere Ziel.
Gut vorbereitet und sicher auf den Olymp
Die Berge können unberechenbar sein, und der Olymp bildet da keine Ausnahme. Eine gute Ausrüstung und ein ausgeprägtes Sicherheitsbewusstsein sind entscheidend, um Ihr Abenteuer sicher und genussvoll zu gestalten. Das Wetter kann sich, wie ich oft erlebt habe, innerhalb weniger Stunden drastisch ändern.
Unverzichtbare Packliste und Wettertipps
Hier ist eine Packliste, die ich Ihnen für eine Besteigung des Olymps ans Herz legen möchte:
- Stabile, knöchelhohe Wanderschuhe: Mit guter Profilsohle.
- Wetterfeste Kleidung: Schichtenprinzip (Funktionsunterwäsche, Fleece, wind- und wasserdichte Jacke und Hose).
- Rucksack: 30-40 Liter Fassungsvermögen für Tages- oder Zweitagestour.
- Erste-Hilfe-Set: Persönliche Medikamente, Blasenpflaster, Schmerzmittel.
- Navigation: Wanderkarte, Kompass oder GPS-Gerät (und wissen, wie man es benutzt!).
- Ausreichend Wasser und Proviant: Für den gesamten Tag.
- Sonnenschutz: Sonnenbrille, Sonnencreme, Kopfbedeckung.
- Stirnlampe: Für frühe Starts oder unerwartete Verzögerungen.
- Teleskopstöcke: Entlasten die Gelenke, besonders beim Abstieg.
- Klettersteigset und Helm: Falls Sie den Mytikas über Louki in Betracht ziehen.
Denken Sie daran, dass das Wetter am Olymp sehr unberechenbar sein kann. Selbst im Hochsommer sind plötzliche Gewitter, Nebel oder Temperaturschwankungen möglich. Prüfen Sie immer die aktuelle Wettervorhersage, bevor Sie aufbrechen, und seien Sie auf alle Bedingungen vorbereitet.
Brauche ich einen Bergführer?
Die Frage, ob man einen Bergführer engagieren sollte, hängt stark von der eigenen Erfahrung und dem gewählten Ziel ab. Hier sind meine Überlegungen dazu:
| Vorteile einer geführten Tour | Nachteile einer geführten Tour |
|---|---|
| Sicherheit: Lokale Führer kennen die Routen, Wetterbedingungen und Gefahren. | Kosten: Geführte Touren sind mit zusätzlichen Kosten verbunden. |
| Navigation: Keine Sorge um die Wegfindung, besonders bei schlechtem Wetter. | Flexibilität: Weniger spontane Entscheidungen, da man sich an die Gruppe anpassen muss. |
| Ausrüstung: Führer können oft die richtige Ausrüstung bereitstellen oder beraten. | Tempo: Das Tempo wird oft vom langsamsten Mitglied der Gruppe bestimmt. |
| Wissenswertes: Sie erhalten Einblicke in Mythologie, Flora und Fauna. |
Gerade für den Mytikas-Gipfel oder wenn Sie wenig Bergerfahrung haben, würde ich eine geführte Tour in Betracht ziehen. Es gibt einen wachsenden Trend zu lokalen Agenturen, die nicht nur die Gipfelbesteigung anbieten, sondern auch Canyoning in den Schluchten oder mythologische Führungen.
Lesen Sie auch: Denali: Der höchste Berg Nordamerikas Abenteuer am Polarkreis
Entdecken Sie mehr als nur den Gipfel
Der Olymp-Nationalpark ist ein wahres Juwel und bietet weit mehr als nur die Gipfelbesteigung. Ich ermutige Sie, sich Zeit zu nehmen und auch die anderen Facetten dieser einzigartigen Region zu erkunden.
Ein Paradies der Artenvielfalt
Als UNESCO-Biosphärenreservat ist der Olymp-Nationalpark ein Hotspot der Artenvielfalt. Hier finden Sie über 1.700 Pflanzenarten, darunter zahlreiche endemische Spezies, die nirgendwo sonst auf der Welt vorkommen. Die Tierwelt ist ebenso beeindruckend: Mit etwas Glück können Sie Wölfe, Wildkatzen, Gämsen und eine Vielzahl seltener Greifvögel beobachten. Es ist ein lebendiges Ökosystem, das es zu schützen gilt.
Weitere Highlights im Nationalpark
Neben der Gipfelbesteigung gibt es in der Olymp-Region noch vieles mehr zu entdecken:
- Wanderung durch die Enipeas-Schlucht: Eine wunderschöne und weniger anspruchsvolle Wanderung, die Sie durch üppige Vegetation, vorbei an kleinen Brücken und beeindruckenden Felsformationen führt.
- Besuch von Wasserfällen: Entlang der Enipeas-Schlucht gibt es mehrere malerische Wasserfälle, die zu einer erfrischenden Pause einladen.
- Erkundung alter Klöster: Das Kloster Agios Dionysios, das sich malerisch in die Landschaft schmiegt, ist ein Ort der Ruhe und Geschichte.
- Canyoning: Für Abenteuerlustige werden geführte Canyoning-Touren in den Schluchten des Olymps angeboten.
- Besuch des Archäologischen Museums von Dion: Am Fuße des Olymps gelegen, bietet es faszinierende Einblicke in die antike Geschichte der Region und die Verehrung der Götter.
