Der Pico de Aneto erhebt sich majestätisch in den Himmel und trägt unangefochten den Titel des höchsten Berges der Pyrenäen. Mit seinen 3.404 Metern ist er nicht nur ein Gipfel, sondern auch ein Symbol für die wilde Schönheit dieser Gebirgskette. Dieser Artikel wird Sie auf eine Reise zum Aneto mitnehmen, Ihnen faszinierende Fakten über diesen Giganten enthüllen und gleichzeitig als Ihr persönlicher Wegweiser für die Planung einer unvergesslichen Besteigung dienen.
Der Pico de Aneto: Mit 3.404 Metern der höchste Gipfel der Pyrenäen
- Höhe: 3.404 Meter
- Lage: Spanien, Provinz Huesca, Maladeta-Massiv, Naturpark Posets-Maladeta
- Hauptschwierigkeit: Schwere Hochtour mit Gletscherquerung und ausgesetztem Felsgrat ("Puente de Mahoma")
- Schlüsselstellen: Aneto-Gletscher, "Puente de Mahoma"
- Beste Jahreszeit: Juli bis September

Was den Pico de Aneto zum König der Pyrenäen macht
Der Pico de Aneto ist zweifellos der König der Pyrenäen, und das aus guten Gründen. Mit seinen 3.404 Metern überragt er alle anderen Gipfel der Kette und ist damit der höchste Punkt auf spanischem Territorium nach Teide und Mulhacén. Seine imposante Erscheinung prägt die Landschaft des Maladeta-Massivs, einem beeindruckenden Granitkomplex im Herzen des Naturparks Posets-Maladeta. Dieses Gebiet ist ein Paradies für Naturliebhaber und Alpinisten, und der Aneto thront als unangefochtener Herrscher über diesem wilden Reich.
Ein weiteres herausragendes Merkmal des Aneto ist sein Gletscher, der größte der gesamten Pyrenäen. Doch diese eisige Krone ist bedroht. Seine Fläche schrumpft stetig; im Jahr 2022 umfasste er nur noch 47,9 Hektar. Dieser Gletscherrückgang ist nicht nur ein trauriges Zeichen für den Klimawandel, sondern beeinflusst auch direkt die Besteigungsrouten. Was einst eine durchgängig eisige Passage war, erfordert heute oft mehr Geschick und Anpassungsfähigkeit, da sich das Eis zurückzieht und blanke Felsen oder Geröll freigibt.
So planen Sie Ihre unvergessliche Tour auf den Aneto
Die ideale Zeit für eine Besteigung des Aneto ist zwischen Juli und September. Im Frühsommer kann die Gletscherquerung durch vorhandenen Schnee erleichtert werden, während im Spätsommer oft blankes Eis die Herausforderung erhöht. Viele Bergsteiger nutzen auch die Gelegenheit für Skitouren, die in der Regel im späten Frühjahr oder frühen Sommer möglich sind, wenn die Schneeverhältnisse stimmen. Unabhängig von der genauen Jahreszeit ist eine sorgfältige Planung unerlässlich.
Seien Sie sich bewusst: Die Besteigung des Aneto ist keine leichte Wanderung. Es handelt sich um eine schwere Hochtour, die eine solide alpine Erfahrung, Trittsicherheit in steilem Gelände und absolute Schwindelfreiheit voraussetzt. Die Kombination aus Gletscher, Geröllfeldern und ausgesetzten Graten verlangt Respekt und eine gute körperliche Verfassung. Unterschätzen Sie diesen Berg niemals.
Die Normalroute Schritt für Schritt erklärt
Zustieg zur Renclusa-Hütte und früher Start
Die gängigste Route, die sogenannte Normalroute, beginnt am Parkplatz La Besurta. Von dort aus führt der Weg zur Hütte Refugio de la Renclusa. Viele Bergsteiger entscheiden sich dafür, hier eine Nacht zu verbringen. Dies ermöglicht einen sehr frühen Start in den Morgenstunden, was entscheidend ist, um die Tour bei optimalen Bedingungen zu bewältigen und die Hitze des Tages zu vermeiden.
Die Querung des Aneto-Gletschers
Nach dem Start von der Renclusa-Hütte überqueren Sie den Portillón Superior, bevor Sie den eigentlichen Aneto-Gletscher erreichen. Hier wird die Ausrüstung entscheidend:
- Steigeisen: Unverzichtbar für den Halt auf Eis und hartem Schnee.
- Eispickel: Dient zur Selbstsicherung und zum Abstoßen.
- Helm: Zum Schutz vor Steinschlag und bei Stürzen.
- Seil und Gletscherausrüstung: Je nach Verhältnissen und Erfahrung kann ein Seil für die Gruppe notwendig sein, um sich bei Spalten zu sichern.
- Erfahrung: Grundlegende Kenntnisse im Umgang mit Steigeisen und Pickel sowie im Gehen am Seil sind unerlässlich.
Die Schlüsselstelle: So meistern Sie die berühmte „Puente de Mahoma“
Kurz vor dem Gipfel wartet die berüchtigte "Puente de Mahoma" (Mohammedsbrücke). Dies ist ein kurzer, aber extrem ausgesetzter Felsgrat, der absolute Konzentration und vor allem absolute Schwindelfreiheit erfordert. Hier gibt es keine zweite Chance. Die Welt scheint unter dir zu verschwinden. Jeder Schritt auf der Mohammedsbrücke ist ein Dialog zwischen dir, dem Fels und der gewaltigen Leere die letzten Meter zum Gipfelglück sind die intensivsten.
Die richtige Ausrüstung und Vorbereitung für den Gipfelerfolg
Gletscherausrüstung
- Steigeisen
- Eispickel
- Helm
- Klettergurt
- Seil (je nach Gruppengröße und Erfahrung)
- Karabiner und Bandschlingen
Kleidung
- Funktionsunterwäsche
- Isolationsschicht (Fleece oder Daunenjacke)
- Wetterfeste Hardshell-Jacke und -Hose
- Warme Mütze und Handschuhe
- Sonnenbrille und Sonnenschutz
Sicherheit/Sonstiges
- Erste-Hilfe-Set
- Stirnlampe mit Ersatzbatterien
- Navigationsmittel (Karte, Kompass, GPS-Gerät)
- Ausreichend Wasser und energiereiche Nahrung
- Mobiltelefon (Empfang ist nicht überall garantiert)
Alleine oder mit Bergführer? Eine ehrliche Einschätzung
Die Entscheidung, ob Sie den Aneto auf eigene Faust oder mit einem Bergführer erklimmen, ist von entscheidender Bedeutung. Für unerfahrene Alpinisten ist die Wahl eines qualifizierten, ortskundigen Bergführers dringend zu empfehlen. In Benasque finden Sie zahlreiche Agenturen, die Ihnen helfen können, den richtigen Führer zu finden und die Tour sicher zu gestalten.
| Vorteile Tour mit Bergführer | Vorteile Tour auf eigene Faust |
|---|---|
| Sicherheit durch Ortskenntnis und Erfahrung | Größere Flexibilität bei der Routenwahl und Zeitplanung |
| Optimale Einschätzung der Verhältnisse (Wetter, Schnee, Eis) | Potenziell geringere Kosten (wenn man die Ausrüstung bereits besitzt) |
| Vermittlung von alpinen Techniken und Wissen | Gefühl der persönlichen Leistung und Unabhängigkeit |
| Reduziertes Risiko von Orientierungsfehlern | Tieferes Verständnis für den Berg durch eigene Planung |
| Fokus auf das Erlebnis statt auf die reine Logistik | Entwicklung eigener Fähigkeiten und Selbstvertrauens |

Rund um den Aneto das Abenteuer im Benasque-Tal
Benasque ist mehr als nur ein Ausgangspunkt; es ist das pulsierende Herz des Naturparks Posets-Maladeta und das ideale "Basislager" für alle Abenteuer rund um den Aneto. Dieses charmante Bergsteigerdorf strahlt eine authentische Atmosphäre aus, in der sich Tradition und Alpinismus auf wunderbare Weise verbinden. Hier finden Sie alles, was das Bergsteigerherz begehrt: gemütliche Unterkünfte, gute Restaurants und eine lebendige Gemeinschaft von Gleichgesinnten.
Der Aneto ist zwar der Gigant, doch die Pyrenäen haben noch mehr zu bieten. Um den höchsten Gipfel in einen größeren Kontext zu setzen, hier einige weitere lohnenswerte 3000er:
- Posets (3.375 m): Der zweithöchste Gipfel der Pyrenäen, ebenfalls ein anspruchsvolles Hochtourenziel.
- Monte Perdido (3.355 m): Ein weiterer ikonischer Gipfel, bekannt für seine beeindruckenden Cirques und seine Bedeutung als UNESCO-Weltnaturerbe.
- Vignemale (3.298 m): Der höchste Gipfel auf der französischen Seite der Pyrenäen, der eine ganz eigene alpine Faszination ausstrahlt.
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Ein Gigant im Wandel die Zukunft des Aneto
Der schwindende Gletscher des Aneto ist ein mahnendes Beispiel für die Auswirkungen des Klimawandels in den Alpen. Dieser Rückgang hat weitreichende Folgen: Er beeinflusst nicht nur die Wasserversorgung der Region, sondern verändert auch die alpinen Routen und erhöht potenziell die Gefahren. Der Aneto wird so zu einem sichtbaren Symbol für die Fragilität unserer Natur und die dringende Notwendigkeit, verantwortungsvoll mit ihr umzugehen.
Ein verantwortungsbewusster Bergtourismus am Aneto ist entscheidend für den Erhalt dieses einzigartigen Naturerbes. Hier sind einige konkrete Tipps:
- Müllvermeidung: Nehmen Sie jeden Abfall wieder mit ins Tal.
- Respekt vor der Natur: Bleiben Sie auf den markierten Wegen und stören Sie keine Tiere.
- Unterstützung lokaler Anbieter: Buchen Sie Bergführer und übernachten Sie in den Hütten, um die lokale Wirtschaft zu stärken.
- Informieren Sie sich: Bleiben Sie über die aktuellen Bedingungen und eventuelle Gefahren informiert.
- Nachhaltige Anreise: Nutzen Sie, wenn möglich, öffentliche Verkehrsmittel oder bilden Sie Fahrgemeinschaften.
