Wenn wir vom höchsten Berg der Welt sprechen, denken die meisten Menschen sofort an den Mount Everest. Doch die Frage, welcher Gipfel diesen Titel wirklich verdient, ist faszinierender und komplexer, als es auf den ersten Blick scheint. In diesem Artikel beleuchte ich nicht nur den unbestrittenen König des Himalaya, sondern auch andere beeindruckende Anwärter und die Geschichten, die sie umgeben. Es geht um Geografie, Alpinismus und die pure Faszination, die diese gigantischen Naturwunder auf uns Menschen ausüben.
8.848,86 Meter hoch Der Mount Everest ist der unbestrittene König der Berge
- Höchster Berg der Welt: Der Mount Everest ist mit einer offiziellen Höhe von 8.848,86 Metern über dem Meeresspiegel der höchste Punkt der Erde.
- Standort: Er befindet sich im Himalaya-Gebirge auf der Grenze zwischen Nepal und dem Autonomen Gebiet Tibet (China).
- Alternative Messungen: Je nach Messmethode gibt es andere "höchste" Berge. Der Mauna Kea ist vom Fuß am Meeresboden gemessen der höchste, der Chimborazo ist am weitesten vom Erdmittelpunkt entfernt.
- Historische Erstbesteigung: Am 29. Mai 1953 erreichten Edmund Hillary und Tenzing Norgay als erste Menschen nachweislich den Gipfel.
- Gefahrenzone: Die sogenannte "Todeszone" über 8.000 Metern stellt Bergsteiger aufgrund von extremer Kälte und Sauerstoffmangel vor lebensgefährliche Herausforderungen.

Der Mount Everest, in Tibet als Chomolungma und in Nepal als Sagarmatha bekannt, trägt seinen Titel als höchster Berg der Welt zu Recht zumindest wenn wir die gängigste Messmethode anwenden: die Höhe über dem Meeresspiegel. Mit einer offiziell anerkannten Höhe von 8.848,86 Metern, die im Dezember 2020 von chinesischen und nepalesischen Behörden gemeinsam festgelegt wurde, überragt er alle anderen Gipfel unseres Planeten. Geografisch gesehen thront der Mount Everest majestätisch im Himalaya-Gebirge und markiert die Grenze zwischen Nepal und dem Autonomen Gebiet Tibet in China. Während der Südgipfel in Nepal liegt, gehört der Nordgipfel zum chinesischen Territorium. Diese einzigartige Lage macht ihn zu einem Symbol der Verbindung zwischen zwei Kulturen und einem Schmelztiegel für Bergsteiger aus aller Welt.
Die anderen Giganten unseres Planeten
Obwohl der Mount Everest unbestreitbar der höchste Berg über dem Meeresspiegel ist, gibt es je nach Messmethode andere faszinierende Anwärter auf den Titel des "höchsten Berges". Diese Perspektiven erweitern unser Verständnis dessen, was "hoch" eigentlich bedeutet, und zeigen die Vielfalt der geologischen Formationen auf der Erde. Ich finde es immer wieder spannend, wie unterschiedliche Definitionen zu völlig neuen Rekorden führen können.
| Berg | Besonderheit der Messung | Höhe/Distanz |
|---|---|---|
| Mount Everest | Höhe des Gipfels über dem Meeresspiegel | 8.848,86 Meter |
| Mauna Kea | Vom Fuß am Meeresgrund gemessen | über 10.200 Meter |
| Chimborazo | Am weitesten vom Erdmittelpunkt entfernt | Höchster Punkt vom Erdmittelpunkt aus |

Die Geschichte der Eroberung des Everest
Die Erstbesteigung des Mount Everest ist eine der größten Geschichten des 20. Jahrhunderts und ein Meilenstein in der Geschichte des Alpinismus. Am 29. Mai 1953 schrieben der Neuseeländer Sir Edmund Hillary und der nepalesisch-indische Sherpa Tenzing Norgay Geschichte, als sie als erste Menschen nachweislich den Gipfel des höchsten Berges der Welt erreichten. Dieser Moment war das Ergebnis jahrzehntelanger Bemühungen, unzähliger Expeditionen und einer unglaublichen Entschlossenheit.
Die Erstbesteigung des Everest war mehr als nur ein sportlicher Triumph; sie war ein Beweis für den unbeugsamen menschlichen Geist und die Fähigkeit, selbst die extremsten Grenzen zu überwinden.
Doch der Weg zum Gipfel ist gesäumt von extremen Gefahren, die den Everest zu einer der tödlichsten Herausforderungen der Welt machen. Besonders berüchtigt ist die sogenannte "Todeszone" oberhalb von 8.000 Metern. In dieser Höhe ist der Sauerstoffgehalt in der Luft so gering, dass der menschliche Körper sich nicht mehr akklimatisieren kann. Jede Minute, die man dort verbringt, zehrt an den Kräften und kann irreversible Schäden verursachen. Ich kann mir kaum vorstellen, welche mentale und physische Stärke es erfordert, in dieser Umgebung zu funktionieren.
Die größten Gefahren, denen Bergsteiger am Mount Everest ausgesetzt sind, umfassen:
- Extreme Kälte: Temperaturen können auf bis zu -60 Grad Celsius fallen, was zu Erfrierungen führen kann.
- Sauerstoffmangel: Die Luft enthält nur etwa ein Drittel des Sauerstoffs auf Meereshöhe, was die Höhenkrankheit und Erschöpfung begünstigt.
- Lawinen: Schneebewegungen und Eisstürze sind eine ständige Bedrohung, besonders im Khumbu-Eisbruch.
- Gletscherspalten: Tiefe, oft unsichtbare Spalten im Eis können zur tödlichen Falle werden.
- Höhenkrankheit: Symptome reichen von Kopfschmerzen und Übelkeit bis hin zu lebensbedrohlichen Hirn- oder Lungenödemen.
Der Everest im Zeitalter des Massentourismus
In den letzten Jahrzehnten hat sich der Mount Everest von einem exklusiven Ziel für Elite-Bergsteiger zu einem Hotspot des Abenteuertourismus entwickelt. Die Kosten für eine kommerzielle Expedition sind erheblich und reichen von 40.000 bis weit über 100.000 Euro pro Person, abhängig von der gewählten Agentur und dem Umfang der angebotenen Dienstleistungen. Dieser Zustrom hat jedoch auch seine Schattenseiten, wie die berüchtigten "Staus" an Schlüsselstellen wie dem Hillary Step, wo Bergsteiger oft stundenlang in extremer Höhe warten müssen. Das erhöhte Müllaufkommen und ethische Debatten über die Rettung von Bergsteigern in Not sind weitere drängende Probleme, die ich persönlich mit Sorge betrachte.
Um diesen Herausforderungen zu begegnen, hat Nepal in den letzten Jahren verschiedene Maßnahmen ergriffen, um den Zustrom zu regulieren und die Sicherheit sowie die Umwelt zu schützen:
- Es wurden strengere Regeln für die Erfahrung der Bergsteiger eingeführt, um sicherzustellen, dass nur gut vorbereitete Personen den Aufstieg wagen.
- Die Müllentsorgung wird stärker kontrolliert, und Expeditionen müssen eine Kaution hinterlegen, die nur zurückerstattet wird, wenn sie ihren Müll ordnungsgemäß zurückbringen.
- Es gibt Überlegungen, die Anzahl der Genehmigungen (Permits) pro Saison zu begrenzen, um die Überfüllung zu reduzieren.
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Den Mythos Everest hautnah und sicherer erleben
Für all jene, die den Mythos Everest hautnah erleben möchten, ohne die extremen Risiken einer Gipfelbesteigung einzugehen, bietet der Trek zum Everest Base Camp (EBC) eine fantastische und deutlich sicherere Alternative. Auf einer Höhe von etwa 5.364 Metern auf der nepalesischen Südseite gelegen, zieht das Basislager jedes Jahr Zehntausende von Trekkern an. Diese Tour ermöglicht es, die atemberaubende Landschaft des Himalaya zu genießen, die Sherpa-Kultur kennenzulernen und einen Blick auf den majestätischen Everest zu erhaschen ein unvergessliches Erlebnis, das ich jedem Abenteuerlustigen empfehlen kann.
