Die Dufourspitze ist mit ihren beeindruckenden 4.634 Metern nicht nur der höchste Punkt der Schweiz, sondern auch ein majestätischer Gipfel im Herzen des Monte-Rosa-Massivs. Als Arnold Schrader habe ich über die Jahre unzählige Berichte und Erfahrungen gesammelt, und ich kann Ihnen versichern, dass dieser Berg sowohl für ambitionierte Alpinisten als auch für Touristen, die das atemberaubende Panorama genießen möchten, etwas Besonderes bereithält. Dieser Artikel beleuchtet die wichtigsten Fakten für Bergsteiger und gibt Ihnen gleichzeitig die besten Tipps, um die Dufourspitze aus der Ferne in ihrer ganzen Pracht zu erleben.
Die Dufourspitze ist mit 4.634 Metern der höchste Punkt der Schweiz die Fakten
- Höhe und Lage: Mit 4.634 m ist die Dufourspitze der höchste Gipfel der Schweiz und der zweithöchste der Alpen. Sie liegt im Monte-Rosa-Massiv an der Grenze zu Italien.
- Namensgebung: Der Gipfel wurde 1863 nach dem Schweizer General und Kartographen Guillaume-Henri Dufour benannt.
- Besteigung: Die Besteigung gilt als anspruchsvolle Hochtour (Schwierigkeitsgrad ZS+), die exzellente Kondition, Erfahrung und in der Regel einen Bergführer erfordert.
- Ausgangspunkt: Der wichtigste Startpunkt auf der Schweizer Seite ist das weltberühmte Bergsteigerdorf Zermatt im Kanton Wallis.

Die Dufourspitze im Detail: Mehr als nur ein Gipfel
Die Dufourspitze ist der Hauptgipfel des Monte-Rosa-Massivs, das ich persönlich als eines der faszinierendsten Gebirgszüge der Alpen empfinde. Es ist nicht nur das flächenmäßig größte Massiv der Alpen, sondern beheimatet auch rund zehn beeindruckende Viertausender-Gipfel. Diese Ansammlung von Giganten, gekrönt von der Dufourspitze, die nach dem Mont Blanc der zweithöchste Berg Westeuropas ist, bietet ein unvergleichliches Hochgebirgserlebnis.
Wer war Guillaume-Henri Dufour?
Die Benennung des Gipfels im Jahr 1863 ehrt eine herausragende Persönlichkeit der Schweizer Geschichte: Guillaume-Henri Dufour. Er war nicht nur ein bedeutender Schweizer General, sondern auch ein visionärer Kartograph. Seine größte Leistung war die Erstellung der "Dufourkarte", der ersten exakten topografischen Karte der Schweiz. Diese Karte war ein Meilenstein in der Vermessung und Erfassung des Landes und zeugt von Dufours Präzision und Weitblick. Es ist nur passend, dass der höchste Punkt seines Heimatlandes seinen Namen trägt.

Der Weg zum Gipfel: Alles über die anspruchsvolle Besteigung
Die Besteigung der Dufourspitze ist ein Traum vieler Alpinisten, aber auch eine ernste Herausforderung. Auf der Schweizer Seite ist das charmante und weltbekannte Bergsteigerdorf Zermatt der zentrale Ausgangspunkt für dieses hochalpine Abenteuer. Von hier aus beginnt die Reise in eine Welt aus Eis, Fels und atemberaubenden Höhen, die höchste Konzentration und Vorbereitung erfordert.
Die futuristische Monte-Rosa-Hütte als Basis
Ein strategisch wichtiger Stützpunkt für die Besteigung ist die Monte-Rosa-Hütte auf 2.883 Metern. Sie ist nicht nur ein Schutzraum, sondern auch ein architektonisches Meisterwerk. Erreichbar ist sie vom Rotenboden aus, den man bequem mit der Gornergratbahn von Zermatt erreicht. Die Hütte, die 2009 eröffnet wurde, ist ein hochmoderner, umweltfreundlicher Bau, der mit seiner futuristischen Form und seiner Energieautarkie beeindruckt. Für mich ist sie ein perfektes Beispiel dafür, wie sich Tradition und Innovation im alpinen Raum verbinden lassen.
Anforderungen und Herausforderungen für Bergsteiger
Die Dufourspitze ist kein Berg für Anfänger. Als erfahrener Alpinist kann ich bestätigen, dass die Besteigung eine anspruchsvolle Hochtour darstellt, die nur mit größter Sorgfalt und Vorbereitung angegangen werden sollte. Hier sind die wesentlichen Anforderungen:
- Der Schwierigkeitsgrad wird als ZS+ (ziemlich schwierig plus) eingestuft, mit Kletterstellen bis zum III. Grad. Das bedeutet, man muss sich auf exponiertes Gelände und technische Passagen einstellen.
- Eine exzellente Kondition und eine gute Höhentauglichkeit sind absolut unerlässlich. Die dünne Luft auf über 4.000 Metern verzeiht keine Schwäche.
- Erfahrung im Umgang mit Seil, Pickel und Steigeisen ist zwingend erforderlich. Man muss die Techniken beherrschen, um sich sicher im Gletscher- und Felsgelände bewegen zu können.
- Ich empfehle dringend, diese Tour ausschließlich mit einem erfahrenen Bergführer zu unternehmen. Die objektiven Gefahren im Hochgebirge sind nicht zu unterschätzen und ein Bergführer kann die Risiken minimieren und die richtige Route finden.

Die Dufourspitze als Tourist erleben: Die besten Aussichtspunkte
Man muss kein erfahrener Alpinist sein, um die majestätische Schönheit der Dufourspitze zu bewundern. Die Region um Zermatt bietet zahlreiche leicht zugängliche Aussichtspunkte, von denen aus man das gesamte Monte-Rosa-Massiv in seiner vollen Pracht erleben kann. Es ist ein Anblick, der sich tief in Ihr Gedächtnis einprägen wird, versprochen.
Der Panoramablick vom Gornergrat
Der Gornergrat ist für mich einer der spektakulärsten und beliebtesten Aussichtspunkte in den Schweizer Alpen. Man erreicht ihn bequem mit der Gornergratbahn, die direkt von Zermatt startet. Oben angekommen, eröffnet sich ein unvergleichliches 360-Grad-Panorama auf das Monte-Rosa-Massiv, den Gornergletscher und sage und schreibe 29 Viertausender, darunter natürlich auch die Dufourspitze. Bei klarem Wetter ist die Sicht einfach phänomenal und bietet unzählige Fotomotive.
Das Matterhorn Glacier Paradise auf 3.883 Metern
Eine weitere hochgelegene Aussichtsplattform, die ich jedem Besucher ans Herz legen kann, ist das Matterhorn Glacier Paradise, auch bekannt als Klein Matterhorn. Mit 3.883 Metern ist es die höchste Seilbahnstation Europas. Von hier aus haben Sie eine einzigartige Perspektive auf die Dufourspitze und die umliegenden Giganten des Monte-Rosa-Massivs, oft sogar über den Wolken. Es ist ein Erlebnis, das einem die Dimensionen der Alpen wirklich vor Augen führt.
Empfohlene Wanderungen rund um Zermatt
Für Nicht-Alpinisten, die dennoch aktiv sein und die Bergwelt hautnah erleben möchten, gibt es rund um Zermatt wunderschöne Wanderungen, die eine hervorragende Aussicht auf das Monte-Rosa-Massiv bieten:
- Fünf-Seen-Weg (mittelschwer): Diese malerische Wanderung führt an fünf kristallklaren Bergseen vorbei, in denen sich das Matterhorn und die umliegenden Gipfel spiegeln. Die Dufourspitze ist dabei immer wieder im Hintergrund zu sehen.
- Riffelsee-Wanderung (leicht): Eine kurze und einfache Wanderung vom Rotenboden zum Riffelsee, der für seine atemberaubenden Spiegelungen des Matterhorns bekannt ist. Von hier aus hat man auch einen wunderbaren Blick auf das Monte-Rosa-Massiv.
- Höhenweg Zermatt Täsch (mittelschwer): Dieser Panoramaweg bietet immer wieder neue Perspektiven auf das Matterhorn und die gesamte Bergwelt, einschließlich der Dufourspitze, während man durch blühende Alpenwiesen wandert.
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Der Klimawandel verändert das Monte-Rosa-Massiv
Als jemand, der seit Jahrzehnten in den Alpen unterwegs ist, beobachte ich mit Sorge die sichtbaren Folgen des Klimawandels am Monte Rosa. Der Gletscherrückgang ist dramatisch und verändert die Landschaft in einem Tempo, das noch vor wenigen Jahrzehnten unvorstellbar war. Riesige Eismassen schmelzen ab, hinterlassen neue Seen und legen Felsformationen frei, die zuvor unter Jahrtausenden altem Eis verborgen waren. Es ist eine deutliche Erinnerung daran, wie fragil unsere alpine Umwelt ist.
Auswirkungen auf die Sicherheit von Bergtouren
Die Gletscherschmelze hat direkte und gravierende Auswirkungen auf die Sicherheit bei der Besteigung der Dufourspitze und anderer Hochtouren im Monte-Rosa-Massiv. Routen, die über Jahrzehnte als sicher galten, verändern sich. Gletscherspalten tun sich auf oder werden breiter, und die Gefahr von Eisschlag und Steinschlag nimmt zu, da das schwindende Eis seine stabilisierende Wirkung verliert. Das erfordert von Bergführern und Alpinisten eine ständige Anpassung und eine noch intensivere Risikobewertung, um die objektiven Gefahren zu minimieren. Die Berge sind in Bewegung, und wir müssen uns mit ihnen bewegen.
